Futtermenge für Teichfische nach Wassertemperatur
Fische sind wechselwarm – ihr Futterbedarf steigt und fällt mit der Wassertemperatur. Gib Gesamt-Fischgewicht und Temperatur ein und erhalte die Tagesration.
Die Ergebnisse sind Richtwerte für Hobbygärtner auf Basis deiner Maße und üblicher Kennwerte (Umwälzraten, Besatzdichten, Pflanzzonen, Verdunstung). Plane eine Reserve ein und beachte die Angaben der konkreten Produkte — Pumpenkennlinien, Folienstärken und Herstellerwerte variieren.
Rechner
| Futtermenge | 100,0 g/Tag |
|---|---|
| Anteil Körpergewicht | 2,0 % je Tag |
Formel
Futtermenge (g/Tag) = Gesamt-Fischgewicht × Anteil ÷ 100. Anteil nach Wassertemperatur: unter 8 °C 0 % · 8–12 °C 0,5 % · 12–16 °C 1,0 % · 16–20 °C 1,5 % · 20–26 °C 2,0 % · über 26 °C wieder 1,0 %.
Beispiel
Beispiel: 5.000 g Gesamt-Fischgewicht bei 22 °C → Anteil 2,0 % → 5.000 × 2,0 ÷ 100 = 100 g Futter pro Tag. Bei 10 °C sinkt der Anteil auf 0,5 % und damit auf nur noch 25 g; unter 8 °C wird gar nicht gefüttert.
Häufige Fragen
Warum richtet sich die Futtermenge nach der Wassertemperatur?
Fische sind wechselwarm: Ihre Körpertemperatur und damit ihr gesamter Stoffwechsel folgen der Wassertemperatur. Im warmen Wasser verdauen sie schnell und brauchen viel Energie, im kalten Wasser läuft die Verdauung stark verlangsamt. Fütterst du bei niedrigen Temperaturen zu viel, bleibt unverdautes Futter im Darm liegen, fault und kann die Fische krank machen. Der Rechner passt den täglichen Futteranteil deshalb an Temperaturbänder an – von 2 % des Körpergewichts im Sommer bis hinunter zu 0 % im Winter.
Ab welcher Temperatur soll ich die Fütterung einstellen?
Unter etwa 8 °C solltest du gar nicht mehr füttern. Der Stoffwechsel der Fische ist dann so weit heruntergefahren, dass sie das Futter nicht mehr richtig verdauen können – die Reste würden im Darm gären und zu ernsten Problemen führen. Zwischen 8 und 12 °C reicht eine sehr kleine Ration von rund 0,5 % des Körpergewichts, und auch die nur an milden Tagen und mit leicht verdaulichem Futter. Sinkt die Temperatur im Herbst nachhaltig, stelle die Fütterung schrittweise ganz ein.
Wie ermittle ich das Gesamt-Fischgewicht?
Das Gesamtgewicht ist die Summe der geschätzten Einzelgewichte aller Fische. Da man Teichfische selten wiegt, arbeitet man mit Erfahrungswerten: Ein handgroßer Goldfisch wiegt grob 50–150 g, ein 40-cm-Koi liegt bereits im Bereich von rund einem Kilogramm, große Koi deutlich darüber. Zähle die Tiere, schätze das Durchschnittsgewicht je Größenklasse und addiere. Genauigkeit auf das Gramm ist nicht nötig – es geht um die Größenordnung der Tagesration, nicht um eine Apothekerwaage.
Warum sinkt der Anteil über 26 °C wieder?
Bei sehr hohen Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers, während der Sauerstoffbedarf von Fischen und Filterbakterien steigt. Eine große Futtermenge würde den Sauerstoffverbrauch durch Verdauung und die Abbauprozesse im Wasser zusätzlich in die Höhe treiben – das kann in Hitzeperioden gefährlich werden. Deshalb reduziert der Rechner über 26 °C den Anteil wieder auf etwa 1 %. Belüfte in solchen Phasen zusätzlich, füttere lieber in den kühleren Morgenstunden und beobachte deine Fische genau.
Soll ich die Tagesration auf einmal oder verteilt geben?
Verteile die berechnete Menge möglichst auf mehrere kleine Portionen über den Tag, statt alles auf einmal zu geben. Kleine Portionen werden vollständig gefressen und besser verdaut, und du erkennst schnell, ob wirklich Appetit besteht. Als praktische Regel gilt: Gib nur so viel, wie die Fische in wenigen Minuten aufnehmen; schwimmt danach noch Futter, war es zu viel. Nicht gefressenes Futter sinkt ab, belastet das Wasser und fördert Algen – überschüssige Reste solltest du abkeschern.
Sind die Prozentwerte verbindliche Vorgaben?
Nein, es sind Richtwerte auf Basis üblicher Fütterungs-Faustregeln der Teichpraxis. Der tatsächliche Bedarf hängt von Art, Alter, Aktivität, Futterqualität und dem natürlichen Nahrungsangebot im Teich ab – in einem gut bewachsenen Teich finden Fische ohnehin einen Teil ihrer Nahrung selbst. Nutze die berechnete Menge als Obergrenze und orientiere dich am Fressverhalten. Im Zweifel gilt: lieber etwas knapper füttern; Überfütterung ist eine der häufigsten Ursachen für schlechte Wasserwerte.
Quelle: Futter-% nach Wassertemperatur (Teichpraxis) · Alle Quellen